Remisengalerie Schloss Philippsruhe, Hanau

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Von der Faszination des Leblosen

Michael Lassel stellt in der Remisengalerie aus

Mit der Ausstellung „Bild und Trugbild", die rund 20 Gemälde des rumänischen Malers Michael Lassel zusammenfasst, setzt der Hanauer Kulturverein in seiner Remisengalerie mal wieder einen Höhepunkt. Lassel, der sein Studium Anfang der 70er Jahre an der Kunstakademie zu Bukarest absolvierte, beeindruckt kraft atemberaubender Trompe-l'ceil-Malerei. Zuletzt waren Werke dieser Aura in Hanau zur Jagdausstellung Sigrid Oltmann im Schloss Philippsruhe zu sehen.
Michael Lassel hat seine Werke bereits überall dort gezeigt, wo es jeden Künstler hinzieht: Über Galerien und Museen in Tokio, München, London, Paris oder New York fand er seinen Weg in die Remisengalerie, die Lassel auf Empfehlung von Richard Schaffer-Hartmann, Leiter der städtischen Museen, in ihr Programm aufnahm. „Bild und Trugbild" ist zuerst ein Lehrbeispiel für altmeisterliche Malerei. Lassel gibt von Holz über Porzellan bis hin zu Blech und Stein verschiedenste Stofflichkeiten perfekt wieder, so dass sich das Auge tatsächlich getäuscht fühlt. Doch die technische Finesse begründet die Faszination an der Ausstellung nicht allein: Es sind auch die stillleben-artigen Arrangements, die Bildideen und die mittelalterlich-mystische Atmosphäre der Ölgemälde, die begeistern. Lassel baut Türme aus Instrumenten und Karten, schafft fast surreale Zusammenhänge zwischen Gegenständen und scheinbar belebten Szenarien, die trotzdem nur als „Trugbilder" im Hintergrund auftauchen. Geschickt verwebt der Künstler dabei verschiedene Bildebenen miteinander. Objekte wie Münzen, verstaubte Bücher oder Büsten stehen im Fokus der Bilder. Im Gegensatz zu Oltmann in ihren deftigen, blutigen Jagdstillleben setzt Lassel auf die kühle Ausstrahlung des Leblosen. Dementsprechend fällt die Ästhetik der Präsentation aus. Alle Szenarien wirken genauso surreal wie Lassel Objekte mittels seiner Technik real - und eben nicht gemalt - erscheinen lässt. Maryanto Fischer (UA/jp) „Bild und Trugbild" ist noch bis zum 19. Oktober jeweils samstags und sonntags zwischen 15 und 18 Uhr in der Remisengalerie zu sehen