Haus der Kunst 2008

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Presse

Der Neue Kunstsalon

Bis 22. April im Haus der Kunst:


Die Freie Münchner und deutsche Künstlerschaft e.V. verband mit der Eröffnung ihrer diesjährigen Ausstellung am 22. März 2007 im Haus der Kunst die Einführung des „Neuen Kunstsalons" nach dem Vorbild der Pariser Salon-Ausstellungen des vergangenen Jahrhunderts. Salons sind wieder in. Die, wie im Pressetext zu lesen, „innovativste und jüngste unter den etablierten Münchner Künstlergruppen FMDK e.V., gegründet 1959", präsentiert damit zum 38. Mal ihre - ausschließlich von „Künstlern für Künstler" organisierte - alljährliche Leistungsschau in der Südgalerie im Haus der Kunst.
„Der Jugend eine Chance" ist ein Motto der FMDK, die sich von Anfang an für die Förderung junger Talente engagiert und sich zugute hält, „von kommerziellen, musealen und kulturpolitischen Interessen" unabhängig zu sein, auch wenn sie nicht ohne Sponsoren auskommt. Unter diesen neben den privaten das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie die George-Washington-Gedenkstiftung. Künstler haben nach Auffassung ihrer Vorsitzenden Ninon Voglsamer nicht nur das „bessere Auge" sondern auch ein sensorisches Gespür für Qualität. Mit der Ankündigung, man folge nicht um jeden Preis Trends und Modeerscheinungen» setze vielmehr auf pluralistische Vielschichtigkeit in zeitnaher Kunst, „die nicht schön oder heil sein müsse, aber sensibilisieren, an der Oberfläche kratzen soll und auch weh tun kann" macht das Kuratorium neugierig. Gezeigt werden rund 160 Exponate der Malerei, Grafik, Bildhauerei, Objekte, Glas und Textil und Installationen von 68 Künstlerinnen aus zwölf Nationen, die ein Katalog (10 Euro) mit 180 Seiten und vielen Farbabbildungen vorstellt. JoK

Aus der Münchner Kunstjournal
Geöffnet: Täglich von 10-18 Uhr. Fintritt 6 Euro, erm. für Studenten und Senioren 4, für Schüler 2 Euro. Anmeldung zu Führungen unter Tel. 01 52/09 41 11 76.

Starke Arbeiten im "Haus der Kunst"

Heimische Künstler im „Neuen Kunstsalon"

München (11), Die „Freie Münchner und deutsche Künst-lerschaft, e.V." kann auf eine nahezu 50-jährige Ausstellungs-tradition im Haus dar Kunst zurückblicken, Untier dem Grün-dungsnamen „Kunstsalon", auf den man sich jetzt wieder mit „Neuer Kunstsalon" bezogen hat, verstand und versteht sich der Verein über die vielen Jahre hinweg als Forum für lebende Künstler, die handwerkliches Können mit freien Gestaltungs-ideen verbinden und sieh unabhängig von Trends dem Gegen-wartsschaffen zugehörig fühlen, Diese Devise scheint vielen Kritikern heute nicht mehr zeitgemäß und es ist ein offenes Geheimnis, dass der „Kunstsalon" wie die jährliche „Große Münchner Kunstausstellung" in Münchens international ausgerichteten Musentempel nur noch geduldet sind, weil sie auf vertragliche Rechte pochen können,
Wie dem auch sei: Vielen Kunstfreunden sind die Initiativen der „traditionellen" Münchner Institutionen willkommener Anlass, sich über das Schaffen zu orientieren, das sich weitgehend in herkömmlichen Bahnen bewegt, aber deshalb nicht von minderer Qualität ist. Ausreißer in dieser Hinsicht sind in Jahresausstellungen selbstverständlich unvermeidbar und manch Harmloses oder Deplatziertes findet auch Aufnahme, obwohl sich die Auswahlkommission beim „Kunstsalon" schon kritisch juriert hat. Deshalb konnten die 165 Arbeiten von 73 Künstlern auch erfreulich locker präsentiert werden.

Die heimischen Künstler schneiden in der Ausstellung höchst beachtlich ab. Franz Xaver Angerer aus Hammer liefert mit seinen vier gesägten und gebrannten schwarzen Holzskulp-turen einen exponiert platzierten Schlusspunkt. Alle vier Arbeiten bestechen durch ihre sensible Bearbeitung und schwebende Leichtigkeit. Nahtlos fügen sieh Ekkehard Wiegands Holzfiguren ins vergnügliche Oeuvre des Pallinger Bildhauers und Malers. Puren Optimismus strahlen die Arbeiten aus.
Streng auf schwarz-weiß begrenzt, ganz aufs faszinierende Spiel von Linien konzentriert, gibt sich Renate Kohl aus Nußdorf. In zwei feinen, stillen, aber nicht spannungslosen Arbeiten unterstreicht die Künstlerin ihre grafische Meisterschaft. Wesentlich lauter, wenn auch nicht aufdringlich, geht es bei den beiden Gouachen von Lisbeth Wohrizek aus Obing zu. Mit kräftigen schwarzen Strichen rhythmisiert sie eine gelbe Fläche und bringt sie dynamisch in Bewegung. Und was wäre Hannes Stellner aus Eggstatt ohne seine Beton-und Gipsohren. Farblich differenziert platziert er die übergroßen Lauscher in Plexiglasgehäuse und man ist immer wieder überrascht, dass sie nach hundertfacher Wiederholung immer noch faszinieren. Sei noch Michael Pickl erwähnt, der sein Atelier nahe Eggstätt nur den Sommer über als Arbeitsstätte nützt und in der kalten Jahreszeit in seinen Geburtsort Kastl bei Arnberg flüchtet. Seine kleinen feinsinnigen Holzskulpturen künden von handwerklicher wie künstlerischer Meisterschaft.
Geöffnet noch bis 24. Februar täglich von 10 bis 18 Unr.