Informationen und Ausstellungshinweise


im Bild und Text über laufende Ausstellungen sowie ein Rückblick auf die Ereignisse dieses Jahres

Illusionist Michael Lassel stellt in Ebersberg aus

Traumlexikon einer Puppe

Der einzige zeitgenössische Maler, der in der Ausstellung „Babylon. Myth and Reality" mit seinem Bild „Babylon" im Londoner British Museum (2008/9) präsent war, bringt seine Bilder im Februar und März in die Ebersberger Rathausgalerie: Michael Lassel.

Schuhe, Musikinstrumente, Marionetten, Münzen, Büsten, Bücher, Uhren, Skulpturen, Spielkarten sind nur einige der Gegenstände, die in Michael Lassels Ölgemälde ein eigenes Leben führen und seinen gewählten Lebensweg auf der Leinwand zum Ausdruck bringen. Die Aneinanderreihung von Alltagsgegenständen und Motiven der Kunstgeschichte verleiht der abgebildeten, täuschend echten Wirklichkeit einen neuen Wahrheitsgehalt, eine neue Symbolik, die weit über das Sichtbare hinausreicht. In ein und demselben Bild treffen sich in einer Anhäufung von Objekten, Epochen, Kunstrichtungen, Vergangenheit und Gegenwart, allgemeingültige Bedeutungszusammenhänge mit der Vergänglichkeit, die realitätsnahe Abbildung und die Illusion, die Ernsthaftigkeit der Themen mit der Ironie in der Auseinandersetzung damit. Phantasie, Technik, Vollkommenheit, Sorgfalt für die Details, versteckter Sinn, zahlreiche kulturelle, historische und mythologische Bezüge weisen Lassel aus als Meister der zeitgenössischen Trompe l'oeil Malerei.Michael Lassel: "Traumlexikon einer Puppe", Öl auf Leinwand, 70 x 80 cm, 2010
1948 im nordsiebenbürgischen Ludwigsdorf im Kreis Muresch geboren, studierte er dann als Schüler des renommierten rumänischen Porträtisten Corneliu Baba an der Kunstakademie in Bukarest. 1986 übersiedelte Lassel ins mittelfränkische Fürth, wo er sich als freischaffender Künstler allein der Kunst widmen konnte. Ab 1988 reiste er regelmäßig nach Paris, wo er auch der Gruppe Trompe L'oeil/Réalité um Pierre Gilou beitrat und 1992 zum Mitglied des Pariser Herbstsalons wurde. Als Trompe l'oeil-Maler wurde er in zahlreichen französischen Ausstellungen gezeigt, was ihm weltweit die Wege öffnete. Seine Gemälde sind in Tokyo, Singapur, London (Tate Gallery), New York, Shanghai ausgestellt worden, viele seiner Werke sind Teil renommierter privater Sammlungen.

Die Vernissage findet am 5. Februar 2012 um 11 Uhr in der Galerie des Rathauses Ebersberg (Marienplatz 1; S 4 Ebersberg Endstation, fünf Minuten Gehweg) statt. Die Ausstellung dauert bis zum 31. März 2012. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 8-17 Uhr, Freitag von 8-12 Uhr, und jederzeit nach Vereinbarung unter Telefon: (0 80 92) 82 55 17 (Anrufbeantworter an) oder E-Mail: a.berberich[ät]ebersberg.de.

SBZ

Alles reine Illusion

Traumlexikon einer Puppe

Ebersberg - Stadtgaleristin Antje Berberich kann es immer noch nicht fassen: Endlich hat sie es geschafft, einen weithin bekannten Künstler nach Ebersberg zu holen. Es ist Michael Lassel, der als bedeutender Illusionsmaler unserer Zeit gilt.



Einen ganzen Kleinlaster voll mit Bildern des berühmten Siebenbürgers, der heute in Fürth lebt, hat Antje Berberich nach Ebersberg geschafft, Werke, die die Besucher der Rathausgalerie ab Sonntag zum Staunen bringen werden.

Michael Lassel malt mit unglaublicher Geduld und Akribie seine illusionistischen Gemälde - nur so ist es möglich, die perfekte Illusion eines Trompe-l’oeil-Gemäldes zu schaffen. Oft arbeitet er ein Jahr oder länger an einem Bild.

Im Gegensatz zu anderen Künstlern nutzt Lassel realistische Vorlagen. Aus seinem reichen Fundus stellt er seine oft ziemlich skurrilen Sujets zusammen - und betrachtet sie. Schaut hin, schätzt ab, bewertet und malt. So entstehen Bilder mit ganz eigentümlicher Stimmung und rätselhaften Geschichten, die sie erzählen. Dies und die hohe malerische Qualität haben Michael Lassel bis heute zahlreiche Auszeichnungen beschert.

Der Künstler wurde 1948 in Ludwigsdorf in Siebenbürgen (Rumänien) geboren. Von 1970 bis 1974 studierte er an der Kunstakademie in Bukarest und arbeitete anschließend als Kunstlehrer am Deutschen Gymnasium in Schäßburg. Weil er seine Übersiedelung nach Deutschland beantragt hatte, verhängte das Regime gegen ihn ein Berufsverbot. 1986 durfte Michael Lassel das Land verlassen. Heute lebt er mit seiner Familie in Fürth. Zahlreiche internationale Ausstellungen machten Lassel weithin bekannt: In München, New York, Paris, Nancy, Genf, Luxemburg und nicht zuletzt im British Museum in London waren und sind seine Arbeiten zu sehen.

Die Ausstellung „Ans Licht gebracht“ wird am Sonntag, 5. Februar, um 11 Uhr in der Rathausgalerie eröffnet und ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich. Uwe Grossu und Michael Bidner sprechen einleitende Worte.

Von Sabine Heine

merkur-online